The Wales Way: Autorundreise auf den drei offiziellen Roadtrip-Routen durch Wales
The Wales Way: Autorundreise auf den drei offiziellen Roadtrip-Routen durch Wales
Wer eine Autorundreise durch Wales plant, stößt früher oder später auf ein Konzept, das viele deutschsprachige Reiseblogs bislang nur am Rande erwähnen: „The Wales Way" – drei offizielle, von der walisischen Tourismusbehörde ausgewiesene Roadtrip-Routen, die das Land in seiner ganzen Bandbreite erschließen. Statt einer generischen Rundreise folgt man damit einem klaren, kuratierten Streckennetz, das sich hervorragend als Grundgerüst für die eigene Selbstfahrer-Planung eignet.
Was ist "The Wales Way"?
The Wales Way besteht aus drei offiziellen Touring-Routen mit einer Gesamtlänge von rund 440 Meilen (etwa 710 Kilometer), die von Visit Wales als kuratiertes Angebot für Autorundreisende entwickelt wurde. Jede der drei Routen hat einen eigenen landschaftlichen und kulturellen Schwerpunkt, lässt sich aber auch kombinieren – wer alle drei Routen aneinanderreiht, umrundet Wales im Grunde einmal komplett.
Die drei Routen im Überblick:
The Coastal Way – 180 Meilen an der Cardigan Bay
Der Coastal Way verläuft über rund 180 Meilen von Aberdaron auf der Llŷn-Halbinsel bis nach St Davids in Pembrokeshire und folgt dabei der Küstenlinie der Cardigan Bay. Die Route verbindet zwei alte Pilgerorte – das kleine Dorf Aberdaron und St Davids, mit gut 1.800 Einwohnern die kleinste Stadt Großbritanniens – und führt unterwegs an Portmeirion, Barmouth, Aberystwyth, New Quay und Cardigan vorbei. Die Cardigan Bay gilt zudem als einer der besten Orte Großbritanniens, um vom Ufer oder per Boot Delfine zu beobachten. Die Route eignet sich besonders für Autorundreisende, die Wert auf Steilküsten, Strände und kleine Hafenstädte legen.
The Cambrian Way – 185 Meilen durchs Bergland
Der Cambrian Way führt auf etwa 185 Meilen von Llandudno im Norden bis nach Cardiff im Süden und durchquert dabei das bergige Rückgrat von Wales, einschließlich der Nationalparks Eryri und Bannau Brycheiniog. Die Route folgt größtenteils der A470, die als eine der landschaftlich eindrucksvollsten Fernstraßen Großbritanniens gilt und mit 300 Kilometern zugleich die längste durchgehende Straße von Wales ist. Zwischen den Stationen Betws-y-Coed – dem Tor zu Eryri – und Dolgellau verläuft die Strecke besonders spektakulär durch bewaldete Täler mit Blick auf den Yr Wyddfa (Snowdon), bevor sie weiter südlich durch das Elan Valley und die Bannau Brycheiniog führt. Das ist die Route mit dem größten Höhenprofil und eignet sich für Selbstfahrer, die kurvenreiche Bergstraßen und weite Ausblicke suchen.
The North Wales Way – 75 Meilen und drei UNESCO-Burgen
Die kürzeste der drei Routen, der North Wales Way, folgt auf rund 75 Meilen einer jahrhundertealten Handelsroute entlang der Nordküste von Holyhead bis Broughton. Sie verbindet gleich drei UNESCO-Weltkulturerbestätten – die Burgen Conwy, Caernarfon und Beaumaris – und ist damit die dichteste der drei Routen in Bezug auf historische Sehenswürdigkeiten pro gefahrenem Kilometer.
Nordwales im Fokus: Burgen, Schiefer und eine 200 Jahre alte Brücke
Wer nur begrenzt Zeit hat, findet auf dem North Wales Way die höchste Dichte an außergewöhnlichen Zwischenstopps – ein Grund, warum sich dieser Abschnitt für eine kompaktere Autorundreise besonders eignet.
Die Burgen von Edward I.: UNESCO-Weltkulturerbe
Ende des 13. Jahrhunderts ließ der englische König Edward I. in Nordwales ein System aus Burgen und befestigten Städten errichten, um das eroberte Gebiet zu sichern. Die vier Burgen Beaumaris, Caernarfon, Conwy und Harlech gelten als Meisterwerke mittelalterlicher Militärarchitektur und bilden gemeinsam ein UNESCO-Weltkulturerbe. Conwy Castle entstand zwischen 1283 und 1289, Beaumaris Castle auf der Insel Anglesey blieb unvollendet, gilt aber trotzdem als eine der am besten durchdachten Burganlagen Europas.
Schieferlandschaft von Nordwestwales: Das vierte UNESCO-Welterbe
Ein Fakt, der in den meisten Wales-Reiseblogs fehlt: Seit Juli 2021 zählt auch die Schieferlandschaft von Nordwestwales zum UNESCO-Weltkulturerbe – die vierte walisische Welterbestätte. Sechs Teilgebiete rund um Bethesda, Llanberis, Nantlle, Blaenau Ffestiniog und Abergynolwyn dokumentieren, wie die Region zwischen 1780 und 1940 rund ein Drittel der weltweiten Dachschieferproduktion stellte. Für Autorundreisende auf dem North Wales Way lässt sich ein Abstecher ins Bergarbeiterstädtchen Blaenau Ffestiniog gut mit einem Besuch in Eryri (Snowdonia) verbinden.
Menai Bridge: 200 Jahre Ingenieurskunst
Ebenfalls Teil des North Wales Way ist die Menai Suspension Bridge, die die Insel Anglesey mit dem walisischen Festland verbindet. Sie wurde 1826 nach Plänen von Thomas Telford fertiggestellt und war eine der ersten großen Hängebrücken der Welt – 2026 jährt sich ihre Fertigstellung zum 200. Mal. Ursprünglich verkürzte sie die Reisezeit zwischen London und dem Fährhafen Holyhead, von dem aus bis heute Fähren nach Irland verkehren, erheblich.
Praktische Tipps für die Autorundreise:
Eryri statt Snowdonia: walisische Ortsnamen auf Karte und Schildern
Wer die Route plant, sollte wissen, dass der Snowdonia-Nationalpark seit November 2022 offiziell unter seinem walisischen Namen Eryri geführt wird; der Brecon-Beacons-Nationalpark heißt seit April 2023 offiziell Bannau Brycheiniog. Beide englischen Namen sind zwar weiterhin gebräuchlich, auf neueren Wegweisern, Karten und in offiziellen Publikationen taucht aber zunehmend die walisische Bezeichnung auf – ein Detail, das für die Navigation vor Ort sehr hilfreich ist.
Einreise: ETA-Pflicht seit 2025
Seit dem 2. April 2025 benötigen deutsche Staatsangehörige für die Einreise nach Großbritannien – und damit auch nach Wales – zusätzlich zum gültigen Reisepass eine elektronische Reisegenehmigung (Electronic Travel Authorisation, ETA). Sie gilt für alle vier Landesteile des Vereinigten Königreichs, kostet 20 britische Pfund und ist bis zu zwei Jahre gültig. Seit Februar 2026 wird die ETA-Pflicht auch konsequent kontrolliert; ohne gültige Genehmigung kann die Beförderung verweigert werden. Aktuelle Details finden sich auf der Website des Auswärtigen Amts.
Linksverkehr und Straßenverhältnisse
Wie im übrigen Vereinigten Königreich herrscht in Wales Linksverkehr. Die Hauptrouten sind gut ausgebaut, in den Bergregionen entlang des Cambrian Way und auf Nebenstrecken des Coastal Way können die Straßen jedoch schmal und kurvig sein – ein kompakter Mietwagen erleichtert hier die Orientierung.
Beste Reisezeit für den Wales Way
Die Hauptsaison für eine Autorundreise auf der Wales Way liegt zwischen Mai und September, wenn Tageslicht und Wetterlage die Bergpässe der Cambrian Way und die Küstenabschnitte am angenehmsten machen. Wales ist grundsätzlich ganzjährig bereisbar, in den höheren Lagen von Eryri und Bannau Brycheiniog sollte man im Winter und Frühjahr jedoch mit wechselhaftem Wetter und gelegentlichem Schnee auf den Passhöhen rechnen.
Was den Wales Way von einer Schottland- oder Irland-Autorundreise unterscheidet
Im Vergleich zur North Coast 500 in Schottland oder der Wild Atlantic Way in Irland ist der Wales Way deutlich kompakter: Selbst alle drei Routen zusammen kommen auf rund 710 Kilometer, während allein die North Coast 500 mit über 800 Kilometern auskommt. Das macht Wales zu einem Ziel, das sich auch mit begrenztem Zeitbudget von 4 bis 6 Tagen pro Route bereisen lässt, ohne auf Bergpanoramen, dramatische Küsten oder mittelalterliche Geschichte verzichten zu müssen. Zudem ist die Wales Way in der deutschsprachigen Reiseberatung als konkretes, benanntes Routenkonzept bislang deutlich seltener präsent als die etablierten Klassiker in Schottland und Irland.
Parkplatz am Yr Wyddfa (Snowdon) vorausreservieren
Ein Praxistipp für Autorundreisende auf dem Cambrian Way: Der beliebte Ausgangspunkt Pen y Pass am Fuß des Yr Wyddfa (Snowdon) lässt sich in der Hauptsaison nur mit vorab online reservierten Parkplätzen anfahren. Alternativ empfiehlt sich das Park-and-Ride-System Sherpa'r Wyddfa, das von Parkplätzen in Nant Peris, Llanberis oder Caernarfon aus zu den wichtigsten Wanderwegen rund um den höchsten Berg von Wales pendelt.
Wie viele Tage braucht man für den Wales Way?
Für eine einzelne Route reichen in der Regel 4 bis 6 Tage. Wer alle drei Routen des Wales Way kombinieren und damit Wales einmal komplett umrunden möchte, sollte schon 12 bis 15 Tage einplanen – ein Zeitrahmen, der sich mit einer klassischen Autorundreise durch Wales gut deckt.
Für wen eignet sich eine Autorundreise auf dem Wales Way
Der Wales Way eignet sich für Selbstfahrer, die Struktur und kuratierte Höhepunkte schätzen, statt eine Route komplett selbst zusammenzustellen. Wer sich besonders für Geschichte und UNESCO-Welterbe interessiert, ist mit der North Wales Way am besten beraten; Naturliebhaber und Wanderfreunde finden auf der Cambrian Way die eindrucksvollsten Landschaften; Küsten- und Strandfans kommen auf der Coastal Way auf ihre Kosten.
Häufige Fragen zur Wales Way Autorundreise:
Was unterscheidet die Wales Way von einer klassischen Wales-Rundreise?
Der Wales Way ist keine buchbare Pauschalreise, sondern ein offizielles, von Visit Wales kuratiertes Streckennetz aus drei Routen. Sie dient vor allem als verlässliche Orientierung für die eigene Routenplanung und lässt sich mit individuellen Etappen und Übernachtungen frei kombinieren.
Braucht man für Wales ein spezielles Fahrzeug?
Nein, ein regulärer Mietwagen reicht für alle drei Routen aus. Wer viel Gepäck oder eine größere Reisegruppe hat, sollte auf den schmaleren Nebenstrecken in den Bergregionen dennoch eher ein kompakteres Fahrzeug wählen.
Lassen sich alle drei Routen des Wales Way in einer Reise kombinieren?
Ja. Da Coastal Way, Cambrian Way und North Wales Way ineinander übergehen, lässt sich mit rund zwei Wochen eine Autorundreise realisieren, die Wales einmal komplett umrundet.
Individuelle Autorundreise durch Wales mit Thoba Reisen planen
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Täglich befahrbar.
Tourcode: The Wales Way